Presseschau

Medizinische Aphorismen wirken rezeptfrei

Rheinische Post, 20.11.2010

:: zum Herunterladen - pdf-Dokument ::

Aphoristiker Jürgen Wilbert:

Kurze Rede, langer Sinn

von Alexander Schulte Interview: Der Düsseldorfer Aphoristiker Jürgen Wilbert über blöde Wortspiele und geistreiche Sprüche.
WZ 17. September 2009
Düsseldorf.

Herr Wilbert, wie wird man denn Aphoristiker?

Wilbert: Das ist eine Geisteshaltung, die sich bei mir schon als Oberstufenschüler entwickelt hat, als ich auf ein Buch des großartigen polnischen Aphoristikers Stanislaw Lec gestoßen bin, "Unfrisierte Gedanken". Dieses Nicht-so-viele-Worte machen, nicht herumreden, auf den Punkt bringen, das hat mir damals schon sehr imponiert. Und im Anglistik-Studium bin ich dann auf viele gute Aphorismen von Mark Twain, Oscar Wilde und anderen gestoßen.

:: weiter ::

Weisheiten auf Bierdeckeln

NRZ, Düsseldorf, 11.11.2009, Ursula Posny
Wenn Gedanken spielen gehen, dann verschlagen sie einem schnell die Sprache. Nicht so bei Jürgen Wilbert. Der 64-Jährige ist Spezialist für geistreiche Sinnsprüche und der beste Beweis, dass Aphoristiker keine toten Dichter sind.

"Aphorismen sind Lebensweisheiten in kleinen Portionen und kommen in der Literatur fast immer zu kurz", findet der Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Aphorismus und tritt an, dies zu ändern. So wie am Wochenende mit einem Workshop und kreativen Schreibübungen in der Volkshochschule.
:: weiter ::

Sommerakademie: Lachen reinigt die Zähne

Wochenpost Langenfeld, 28. Juli 2009
Aphorismen - Ein Naserümpfen des Gehirns :: pdf-Dokument ::

Spiel und Erkenntnis

WAZ, 30.11.06
Jürgen Wilbert legt ein neues Büchlein mit Aphorismen vor.
Zygmunt Januszewski hat den Band ebenso ausdrucksstark illustriert

"Redefreiheit: früher ein Menschenrechtsartikel, heute nur noch ein Gebührensatz."
Einmal mehr nimmt sich Jürgen Wilbert die Freiheit, universal zu denken und prägnant zu schreiben. "Hirnbissiges" heißt sein neustes Buch voller staker Sprüche. Aphorismen sind die literarische Heimat des gebürtigen Düsseldorfers, Jahrgang 1954, der nach lehrtätigkeit zu Themen politischer Bildung siet 1980 in der Erwachsenenbildung , 1996 die Leitung der Hattinger VHS übernahm und 2006 die des Fachbereichs Weiterbildung und Kultur.
:: weiter ::
Ulrich Laibacher

Die Weisheit passt in weniger Worte

Westfälische Rundschau, Autor Bernd Berke 3.11.06
Kleine Kunstform, großer Aha-Effekt. Auf solche Wirkung zielen Aphorismen ab. Im Idealfalle sind es geistreich zugespitzte Weisheiten in wenigen geschliffenen Worten. Irgendwie passend, dass eine kleinere Stadt sich anschickt, zum Zentrum der knappen Sinnsprüche zu werden: Hattingen hat's mit Kürze und Würze.
:: weiter ::
WAZ, Di., 23. November 2004

Moderne Manager mit "Eiligenschein"

VHS-Chef präsentierte in Klinik Aphorismen "vom ungesunden Menschenverstand"
Von Jörg Kolesza
Lachen ist die beste Medizin: Das erlebten rund 40 Besucher, darunter viele amüsierte Patienten, bei der Lesung von VHS-Chef Dr. Jürgen Wilbert. Er präsentierte in der Klinik Blankenstein Aphorismen "vom ungesunden Menschenverstand".
Rund 100 Sinnsprüche von der Antike bis zur Neuzeit mischte er mit Anekdoten um die wiederentdeckte Literaturgattung. So fand in Hattingen vor kurzem ein internationales Aphoristikertreffen statt.
Aphorismen haben es schwer, als Kunstform durchzugehen. "Sie stehen in Illustrierten, sind so etwas wie Kurzprosa. Ursprünglich waren es medizinische Leitsätze des Arztes Hippokrates", erklärte Jürgen Wilbert. So ist denn auch zu erklären, dass der Arzt Gerhard Uhlenbruck als "Aphoristikerpapst" unserer Tage gilt. Er schrieb 30 Bücher, sammelte 20000 der beliebten Beobachtungen. Der Ausspruch "manche Ärzte sind Veterinäre, sie behandeln tatsächlich nur die hohen Tiere", stammt aus seiner Feder.
Aphorismen beinhalten oft eine Lebensweisheit. So überlegte der Kabarettist Werner Schneyder: "Wenn dir einer sagt, du seiest ruhiger geworden, kann das ein Grund zur Beunruhigung sein."
Kleine, gewitzte Sprachperlen stammen von dem Polen Jerzy Lec (1960 verstorben). Er sah seine Zeitgenossen so: "Sein Gewissen war rein, er benutzte es nie."
"Aphorismen sind auch oft Satire, haben eine Pointe", vermittelte Wilbert. So hat etwa Zigarrenliebhaber Churchill sein Laster mit dem klugem Spruch verteidigt: "Wenn ein Raucher ständig in der Zeitung liest, das Rauchen sei schädlich, hört er irgendwann auf ... zu lesen."
Nachdenkliches vermittelte auch folgender Spruch: "Es gibt 1000 Krankheiten aber nur eine Gesundheit." Auch "Zeiterkrankungen", wie Wilbert es nannte", kommentieren Aphorismen treffend. So litten moderne Manager an einem "Eiligenschein". Letztendlich gehöre zur Gesundheit das Glücklichsein, überlegte Wilbert. Das definierte Weltstar Ingrid Bergmann so: "Gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis."
Jürgen Wilbert hat drei Bücher mit Aphorismen verfasst. Unter ISBN 3-00-007266-7 ist "Kopfwehen - Denkanstößiges" erschienen.
www.aphoristiker.de

WAZ, Do., 27. Mai 2004

 Worte für das, was uns täglich die Sprache verschlägt

Fast 50 Liebhaber geistreicher knapper Gedanken trafen sich bei VHS-Veranstaltung über Aphorismen
Fast fünfzig Interessierte ließen sich im Café Satz von Jürgen Wilbert die Literaturgattung des Aphorismus näher bringen. Dabei hatte der VHS-Leiter, der auch eigene geistreiche, knapp formulierte Gedanken präsentierte, selbst mit einer so großen Resonanz nicht gerechnet.
"Das zeigt, dass die Gattung, die ja von vielen als besonders schwer zugänglich angesehen wird, vermittelt werden und sogar Spaß machen kann", freut sich Wilbert, "und das war ja schließlich mein Ziel." Die Veranstaltung wollte er als Einstimmung auf das erst bundesweite Aphoristikertreffen von 4. bis 7. November in Hattingen verstanden wissen.
Geboten wurde ein Überblick über die Geschichte der Kunstgattung, eine kurze Analyse der gängigen Stilmittel sowie eine von Wilbert zusammengestellte Auswahl an alten und neuen Meisterwerken. In den Pausen stellte der Düsseldorfer Gitarrist Thomas Battenstein einige selbstgeschriebene Lieder vor. Der Zuhörer wurde nicht dauerberieselt. "Die Aphoristiker ziehen sie in Gedankengänge herein, herausfinden müssen sie aber selbst", erläuterte Wilbert das Konzept, das das Publikum zu eigenem Denken anregen sollte. So wurden der wissenschaftlichen Definition von Friedemann Spicker, der den Aphorismus als "kontextuell isolierte, konzise, bis auf Satz und Einzelwort verknappte literarische Prosaform, im Grundsatz nichtfiktional..." charakterisiert, eingängigere Beschreibungen zur Seite gestellt. Demnach ist die Kunstform je nach Lesart "der letzte Ring einer Gedankenkette", "ein Stolperstein für landläufige Meinungen", "die als Handkuss verkleidete Ohrfeige" oder "der Versuch, Worte zu finden für das, was uns täglich die Sprache verschlägt".
Die Literaturgattung, die ihren Ursprung im alten Griechenland habe, heutzutage aber meist etwas vernachlässigt werde, soll laut Wilbert in Hattingen ein neues Heim finden. So soll im August eine Ausstellung mit Bildern des Lyrikers Robert Gernhardt, der Aphorismen von Georg Christoph Lichtenberg illustriert hat, stattfinden, bevor im November das Highlight auf dem Programm steht, für das es 20 feste Zusagen gibt.