Sonderseite
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Auszüge aus dem Buch / Lesprobe
Über die Fälligkeit des SinnsDie Menschen kommen und gehen - nur nicht zur Vernunft.Sinnfällig: Gibt es ein Verfallsdatum für Sinn. Das Übliche ist so beliebt, weil es fraglos das kleiner Übel ist. Auch der Leichtsinn unterliegt dem Gesetz der Schwerkraft. Weitsicht sucht nicht unbedingt das Weite.
Ehe wem Ehe gebührt
Die gelungene Ehe: eine Verkettung glücklicher Umstände. Spiel mit Worten zum Ernst der LageAusgerechnet die Namhaften werden nicht haftbar gemacht.Wer Buch führt, schreibt keines mehr. Einige ruinieren ihren Ruf bereits, bevor sie ihn erlangt haben. Fällt Leichtsinnigen die Sinnfindung schwerer? Besondere Vorsicht ist geboten, wenn zu kurz Gekommene am längeren Heben sitzen. Über Hartleibige kann man besser den Stab brechen. Von den Segnungen des ZeitgeistesFlachbildschirme: die programmatische Konsequenz in der Medienlandschaft.Hauptsache die Zote stimmt. Er trommelte ohne Unterlass, bis man ihm das fell über die Ohren zog. Im mp3-Player und ipod nimmt die Nabelschnur elektronische Gestalt an. Manche Zeitgenossen halten dir den Rücken frei, nur um selbst besser treffen zu können. Facebook: Vor lauter Freunden siehst du die Freundschaft nicht mehr. Kopfrechen kann heute auch keiner mehr. - Dafür müssen wir jetzt mit allem rechnen. Vorteil der Demenz: Man ist nicht mehr nachtragend.
Die Qual der WahllosigkeitWahlplakate: wahllose Parolisierung d.er Umwelt.Kein Wunder, dass es in unserer Geselschaft nicht mehr vorwärts geht, die Politikerliefern nur noch Anhaltspunkte. Mit Zugpferden kann man sich besonders schnell vergaloppieren. Unsere Demokratie verkommt immer mehr zur Demoversion. So manche Fensterrede verlangt nach einer Gardinenpredigt. Was ist eigentlich folgenschwerer: eine Land- oder eine Wortbesetzung?
Trefferquote des AphorismusDenkrichtung des Aphorismus: widerwärts.Aphoristiker wollen Weisheiten verbreiten, die nicht in die Binsen gehen. Beim Lesen eines Aphorismenbandes: Vor lauter Gedankensprüngen siehst du die Abgründe nicht mehr. Aphorismen sind zwar kurz, aber nicht klein zu kriegen. Kontraproduktive Botschaft an einen Aphoristiker: Bloß nicht übertreiben! Hinweis: Das Buch ist über den Brockmeyer-Universitätsverlag Bochum zu erhalten: info@brockmeyer-verlag.de |