Aphorismen zu Zeit und Zeitgeistphänomenen

Tattoos: Viele Zeitgenossen sind noch nicht genug
vom Leben gezeichnet.

Keiner will sich mehr beherrschen lassen,
auch nicht von der deutschen Sprache.

Es soll Schüler geben, die empfinden ein Diktat
schon als Diktatur.

Lebenszeit: erst Sand am Meer, dann
nur noch Körnchen in der Sanduhr.

Das menschliche Erlebnisvermögen
erschöpft sich gewöhnlich zwischen
"noch nicht" und "schon vorbei".

In jedem alten Menschen steckt ein junger,
der sich ab und zu fragt,
wie konnte das bloß passieren.

Ständig am Puls der Zeit zu sein
führt nur zu Herzrhythmusstörungen.

Aussitzen strapaziert nicht nur
das Sitzfleisch.

Moral und Zeitgeist:
Besser Anhänger überkommener als
verkommener Regeln.

Ratschlag für Zeitraffer:
Lehnt euch nicht zu sehr aus dem
Zeitfenster.

In ausgesprochen schlechten Zeiten
kann man froh sein,
das Beste bereits hinter sich zu haben.

Zuviel des Guten -
Damit in schlechten Zeiten
etwas übrig bleibt.

Der Zeit nachjagen heißt, sie vertreiben.
Sich die Zeit vertreiben heißt,
sie bei sich zu haben.

Gutmütigkeit
hat nur wenig mit gut
und noch weniger mit Mut zu tun -
nur etwas mit fortschreitendem Lebensalter.

Mit der Zeit wird auch der Zeitgeist
das Zeitliche segnen.

Je mehr du die Zeit unter Druck setzt,
desto mehr ist sie am Drücker.

Das Zeitgemäße gebärdet sich
immer unmäßiger.

Von wegen die Zeit -
der Mensch vergeht.

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