Meine erste, folgenschwere Begegnung mit der kurzen Gattung des Aphorismus erfolgte bereits im Alter von 16 / 17 Jahren; ich besuchte die Oberstufe des Lessing-Gymnasiums in Düsseldorf und musste den tradierten Lektürekanon in Deutsch abarbeiten. Da stieß ich im Jahr 1962 oder 1963 zufällig auf ein schmales Büchlein des polnischen Autors Stanislaw Jerzy Lec mit dem spannenden Titel Unfrisierte Gedanken und war von solchen knappen und pointenreichen Texten sehr angetan:
„Analphabeten müssen diktieren." / „Am Anfang war das Wort – am Ende die Phrase." / „Sein Gewissen war rein, er benutzte es nie."
Ab diesem Zeitpunkt hat mich die Begeisterung für Aphorismen nicht mehr losgelassen.
2004 kam ich auf die Idee der Aphoristikertreffen; 2008 wurde ich Vorsitzender des Fördervereins Deutsches Aphorismus-Archiv (DAphA) mit Sitz in Hattingen. Zu den Zielen, Aktivitäten und Publikationen von DAphA siehe www.dapha.de.

Inzwischen sind zehn eigene Aphorismenbücher erschienen, nach 2000 u. a. Kopfwehen (2000), Hirnbissiges (2006), Knapp denkbar (2010), Vorletzte Schlüsse (2012), Aus der Redensart geschlagen (2014), SinnBilder (2019), Vom Hirnrümpfen – neue Denkzettel (2021) — die letzten beiden mit Fotografien von Rainald Hüwe — und zuletzt 2025 Unschlüssig oder Die Tragweite des Bedenkens (Edition Virgines: Düsseldorf).
Im Folgenden lade ich Sie / Euch herzlich ein, sich mit Aphorismen von mir auseinanderzusetzen. Über eine Resonanz würde ich mich freuen.