Die Kunst des verknappten Wortwechsels

Die Kunst des verknappten Wortwechsels

WAZ, Bochum 18.7.2014

Zeitungsausschnitt der WAZ vom 18.7.2014Zeitungsausschnitt der WAZ · zum Vergrößern anklicken

Jürgen Wilbert legt geistreiches Lesebuch mit „Aphoristischen Denkereien“ vor

Der Bochumer Brockmeyer Verlag macht sich um die heimische Literatur im Allgemeinen verdient, und um die Pflege der Kunstform des Aphorismus’ im Besonderen. Jetzt legt der Verlag einen Band vor, in dem der Autor Jürgen Wilbert eine Auswahl seines 25-jährigen aphoristischen Schaffens versammelt.

Mit „Aus der Redensart geschlagen. Aphoristische Denkereien“ trägt der Band einen vielsagenden Titel. In ihm spiegelt sich die Erfahrung des Autors, dass nämlich die Macht der Worte unser Leben immer nachhaltiger prägt, vor allem dann, wenn jedermann der Flut der Wörter in Massenmedien und Politik quasi permanent ausgesetzt ist. Dieser „Sprachdschungel“ hat neben betörenden „Duftwolken“ immer auch unscheinbar wirkende „Giftpflanzen“ zu bieten, so Wilberts Überzeugung.

Wilbert (Jg. ’45) ist in der hiesigen literarischen Szene kein Unbekannter. Nach über 30 Jahren hauptamtlicher Tätigkeit im kommunalen Weiterbildungs- und Kulturbetrieb ist der Hattinger seit November 2007 nachberuflich freischaffend als Autor und Vortragender aktiv. Seinem literarischen Schwerpunkt verschafft er dabei immer wieder Gewicht; u. a. ist Wilbert treibende Kraft hinter dem Aphorismus-Preis „Hattinger Igel“, der zuletzt im Mai verliehen wurde (WAZ berichtete).

„Von wegen die Zeit/der Mensch vergeht“, „Wer viel infrage stellt/ist wenig gefragt“ oder „Facebook: Nicht nur über Dein Gesicht/wird Buch geführt“ – solcherart sind die verknappten Gedankenblitze in Jürgen Wilberts Buch. Die stimmige Textesammlung wird begleitet von anregend-nachdenklichen „bibliophilen Grafiken“ des Künstlers Andreas Noßmann, die das Lesevergnügen noch erhöhen. JBS

Zum Buch: Jürgen Wilbert: „Aus der Redensart geschlagen“, Brockmeyer Verlag, 96 S., 11,90 Euro

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