Presseschau
Aphorismen-Wettbewerb 2010
veranstaltet vom
Förderverein des Deutschen Aphorismus-Archivs e. V. (DAphA)
und Stadtmuseum Hattingen
in Zusammenarbeit mit dem Stadtspiegel Hattingen
Aus ganz Deutschland waren Sieger, Geehrte und Ausgezeichnete in den Vortragsraum des Stadtmuseums Hattingen zu Blankenstein gekommen, um kurzen, prägnanten Sinnsprüchen zu lauschen und einen vergnüglichen Abend mit Gleichgesinnten zu verbringen. Mit der Preisverleihung an (v.l.) Sieger Harald Schmid, Holger Seitz und den Zweitplatzierten Horst A. Bruder fand der diesjährige Aphorismus-Wettbewerb zu "Gedanken-Übertragung" seinen Höhepunkt und Abschluss. Sie erhielten aus den Händen von Dr. Jürgen Wilbert, der den Abend zudem launig moderierte, eine Radierung des Hildener Künstlers und Aphoristikers Hans-Joachim Uthke, den „Hattingen Igel“, sowie Sachpreise. Der Gewinner beispielsweise konnte sich über einen Canon Scanner/Kopierer freuen, den der STADTSPIEGEL genauso gespendet hatte wie einen MP3-Player. Von Foto & Studio Tischler kam eine Digital-Kamera für den Zweitplatzierten, die Inhaber Hans-Peter Schuffert persönlich überreichte. Mehr steht im aktuellen STADTSPIEGEL!
Foto: Strzysz
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4. Internationales Aphoristikertreffen: Sprachkürze gibt Denkweite
Hattingen, 07.11.2010, Thomas Bathge
Hattingen. Fachtagung in Blankenstein: Dr. Jürgen Wilbert und Co. wollen Menschen mit ihren Gedankenanstößen Freude machen.
"Sprachkürze gibt Denkweite." So lautete das Motto des Deutschen Aphoristikerarchivs (DAphA), das an diesem Wochenende zum internationalen Treffen der Aphoristiker unter dem Titel "Gedanken-Übertragung" ins Stadtmuseum nach Blankenstein eingeladen hatte.
Seit Donnerstag diskutierten die Teilnehmer zum vierten Mal seit 2004 über Aphorismen und überlegten, wie es gelingt Erkenntnisse kurz und prägnant auf den Punkt zu bringen. Als wenn dies nicht schwer genug wäre, stellten sich die 40 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Finnland und Polen in verschiedenen Arbeitsgruppen und Vorträgen auch dem Problem der Übersetzbarkeit ihrer Denkanstöße in verschiedene Sprachen.
"Über Aphorismen muss man nachdenken." Sie seien keine bloßen Sprüche, sagte der Vorsitzende des Fördervereins der DAphA Dr. Jürgen Wilbert. Trotzdem habe sich das Treffen nicht nur an Experten gerichtet. "Unsere Hoffnung ist, dass es den Menschen Freude macht, unsere Gedankenanstöße zu lesen und zu hören", erklärte Wilbert. Besonders gut seien der Kabarettist Max Uthoff und die Lesestationen der Aphorismus-Karawane in der Stadt angekommen, berichtete Wilbert stolz. Auch erwartete er noch einen wortwitzigen Ausklang des Tagungs-Wochenendes mit dem Wort-Musik-Kabarett des Duos Faltsch Wagoni.
Aphorismen stammten ursprünglich aus der griechischen Antike, erklärte Wilbert. Unter Hippokrates seien dies knapp formulierte medizinische Lehrsätze gewesen. Heute versuche der Aphoristiker sprachlich und gedanklich pointiert zum Beispiel seinen Unmut mit Politik und Gesellschaft zu verarbeiten, sagte Wilbert. Häufig würden dabei Metaphern verwendet. Bei Stanislaw Lec höre sich das so an: "Politik: Derby trojanischer Pferde", zitierte Wilbert einen seiner Lieblingsaphoristiker. Nicht jeder Mensch interpretiere die Gedankenanstöße in gleicher Weise oder mit Lec gesprochen: "Gedanken wechseln die Köpfe und nehmen deren Form an."
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Kongress: Aphorismen - wer mit dem Volk träumt . . .
Kultur, 05.11.2010, DerWesten
Hattingen. Sie kommen aus allen Ländern hierher - um es kurz zu machen. Vom 4. bis 6. treffen sich Freundes des Aphorismus' in Hattingen. Jürgen Wilbert stellt das Festival auf die Beine und schreibt selbst Aphorismen. Ein Gespräch.
Eine gemütliche Kleinstadt an der Ruhr ist über die Jahre zur Heimstatt des Sinnspruchs geworden. Am heutigen Samstag endet in Hattingen das "4. Internationale Aphoristikertreffen". Jürgen Wilbert zählt zu den Köpfen des feingeistigen Festivals. Lars von der Gönna entlockte ihm Aphorismen zu Themen des Tages - natürlich in aller gebotenen Kürze.
Herr Wilbert, das Wetter heute ist ja ausgesprochen scheußlich. Darf man als Aphoristiker auch zu so etwas Banalem wie fiesem Ostwind Sinnsprüche klopfen?
Jürgen Wilbert: Das Blattwerk steht in Windeseile vor seiner Vollendung.
Bravo! Vermutlich fällt Ihnen zu Obamas sinkendem Stern auch gleich das Passende ein...
Wer mit dem Volk träumt, muss mit dessen Aufwachen rechnen.
Unterirdische Schwabenstreiche
Und was heißt Stuttgart?21 auf Aphoristisch?
Im Land der Schwaben finden die Streiche jetzt unterirdisch statt.
Allgemeingültiger: Früher bedeutete Politik das Bohren dicker Bretter, jetzt ist überall der Wurm drin.
Körperteile und Kopfnoten
Der gute Aphoristiker hilft uns, die Welt zu verstehen. Ein bisschen verteilt er auch Zensuren. Womit wir beim Thema Kopfnoten sind...
Da zitiere ich gerne den Bochumer Aphoristiker Anselm Vogt: Wenn die Einführung von Kopfnoten als Neuigkeit gefeiert wird, stellt sich doch die Frage, welcher Körperteil vorher bewertet wurde.
Noch was Staatstragendes zum Schluss. Wir mussten jüngst das Kraken-Orakel Paul zu Grabe tragen.
Vor lauter Medienpräsenz geht die Geistesgegenwart verloren. Vielleicht passt zum Thema Paul aber noch besser ein Satz von Georg Christoph Lichtenberg, dem Ahnherren aller Aphoristiker: Vom Wahrsagen lässt sich's wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheit sagen.
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Aphoristikertreffen: Gedanken auf dem Sprung
Hattingen, 04.11.2010, Brigitte Ulitschka
Hattingen. Aphoristiker verlieren bei Tagung aber nicht den roten Faden, sondern arbeiten kurz und knapp an Geistesblitzen.
Sie sind nicht in jedem Gespräch wohl gelitten. Jene Zeitgenossen, die von einem Thema zum anderen hüpfen. Machen einen kirre, weil sie sich augenscheinlich nicht auf eine Sache konzentrieren können, keinen roten Faden haben, sondern Gedankensprünge machen. Beim internationalen Aphoristikertreffen, das am Donnerstagabend mit Kabarett im Stadtmuseum startet, ist das kein Manko, sondern Programm.
Ganz kurz fassen sie sich nicht, die Anhänger der kurzen, knappen Sprüche aus dem In- und Ausland, die sich jetzt zum vierten Mal in Hattingen zusammentun. Immerhin brauchen sie drei Tage, bis sie zu Potte kommen. Dafür brüten die über 30 Teilnehmer aber auch nicht bloß zwei, drei Aphorismen aus, sondern handeln das Thema ab von vorn bis hinten, von Hippokrates bis Lec. Sogar das Denken wirft gelbe Falten, wenn Dr. Andreas Steffens Sprach-Bild und Bild-Sprache diskutiert.
Kurz und bündig? So geht's wohl nicht immer ab, wenn Dr. Joachim Schultz sich über Probleme beim Übersetzen von Aphorismen hermacht. Die Übersetzung in andere Sprachen ist Schwerpunkt. Es wird Polnisch-Deutsch, Deutsch-Polnisch. Und reicht von Swift bis Wilde mit einem Vortrag von Alexander Eilers über englische Aphorismen in deutscher Sprache. Vier Workshops machen sich parallel über Fragestellungen her. Und die kurzen Sprüche strecken ihre Fühler bei der vierten Auflage der internationalen Tagung bis in Schulen aus, wo Aphoristiker-Teams lesen und mit den Jugendlichen arbeiten. Konzentration kann man den Teilnehmern nicht absprechen. Beim Gedankensprung kommen sie zur Sache, bleiben ohne abzuschweifen beim Thema.
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Aphoristikertreffen : Artgerechte Unterhaltung
Hattingen, 29.10.2010, WAZ Redaktion
Hattingen. Kabarett beim Aphoristikertreffen: Max Uthoff und Faltsch Wagoni gastieren in Hattingen.
Das vierte internationale Aphoristikertreffen vom 4. bis zum 6. November wird von zwei Veranstaltungen eingerahmt. So kommt am Donnerstag, 4. November, um 19.30 Uhr mit Max Uthoff ein Neuling in der deutschen Kabarettszene ins Stadtmuseum. Doch er sei schon mehr als ein Geheimtipp, so die Veranstalter, denn sein Programm hat mehrfach erste Preise sowohl bei der Jury als auch beim Publikum erhalten. "Es bietet einen wilden Ritt durch Kindheit, Nation und die deutsche Parteienlandschaft." Also Grund genug für die Aphoristiker, ihn zur Eröffnung einzuladen. Der Eintritt beträgt zehn Euro.
Das Musik-Kabarett-Duo Faltsch Wagoni hat bereits im Jahr 2008 das Publikum in Hattingen begeistert, nun kommen sie am Samstag, 6. November, um 19.30 Uhr mit ihrem neuen Programm wieder zum Zuge - zum "wort-wilden, artgerechten" Abschluss des Treffens.
In "Wort & Wild" besingen Silvana und Thomas Prosperi die Gene von Irene und den Tarzan von Marzahn, sie träumen vom Land, wo die Toleranzen blühen und von einer Gesellschaft, die mit "mehr Weniger" auskommt. "Dabei glänzen sie immer wieder durch ihre Art der Sprachmülltrennung", so die Info.
Der Eintritt kostet zwölf Euro. Karten sind über das Stadtmuseum, ..., erhältlich.
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FAZ-Ankündigung
FAZ, 5. Februar 2010
Die kleine Gegenaggression ist der Aphorismus seit je gewohnt, die
verdient er sich in den besten Fällen auch redlich, das ist
gewissermaßen seine Profession. Aber wenn alles faktisch durcheinander
geht, dann geht verdeckte Häme fehl, und auch die "Kurzform" hilft da
nicht. Es gibt in der Tat einen Wettbewerb. Was wäre da zu behöhnen? Der
von vor zwei Jahren ist in einem Büchlein dokumentiert und steht damit
der Kritik offen. Es gibt außerdem - zum 4. Mal schon - einen
"Kongress", der sich bescheiden "Treffen" nennt. Wenn sich Lyriker,
Dramatiker oder Haiku-Dichter treffen, ist das natürlich nicht der
Kritik wert. Was wäre also zu behöhnen, wenn sich Aphoristiker treffen?
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